Wir hatten wieder ein Moped zu fahren ! Lieber Leser, liebes Wer, seien Sie uns nicht böse, wenn wir offen bekennen,
daß der Gedanken in den meisten von uns ein etwas unbehagliches Gefühl auslöst! Denn Mopeds gibt es heute nicht nur nach
Produktions- und Verkaufszahlen, sondern auch nach Herstellerfirmen berechnet, wie Sand am Meer! Wer immer mit seiner
Fahrrad- oder Motorradproduktion nicht recht auf einen grünen Zweig kommen kann, der erhofft sich vom Moped das "große Geschäft"
und baut munter drauf los, so viel und so schnell man ihm eben die nötigen Motoren liefert.
Das Vorderrad ist wie bei den großen Express-Motorrädern der Typen 175 S, 201 und 255 nicht geschoben, sondern gezogen und
in kurzen Schwingarmen gelagert, die durch Schraubenfedern abgestützt sind. Der Federweg des Vorderrades liegt ebenfalls bei 70 mm.
Im Verein mit dem ziemlich breiten, nur an der Sattelnase aufgehängten Schwingsattel ergibt das einen Fahrkomfort, wie wir ihn
bei einem Moped bis dato nicht für möglich gehalten hätten! Selbst große Unebenheiten der Fahrbahn kommen nicht mehr als harte Schläge,
sondern nur noch als weiche Schwingungen bis zum Fahrer durch. Dabei ist die Federung so stark, daß sie selbst unter einem ausgesprochenen
Schwergewicht, wie bei unserem Tester, nur unter allerungünstigsten Umständen zum Durchschlagen zu bringen war. Der 50-ccm-Motor des Radexi ist mit
dem 2-Gang Getriebe ist in einem Block vereint und hängt im Schwerpunkt des Fahrzeuges unter dem Rahmen. Die Tretkurbelwelle
geht direkt durch das Getriebe und arbeitet auf die Antriebskette, so daß auch das "Express-Radexi II" mit einer einzigen Kette auskommt.
Die Hinterradbremse wird durch Zurücktreten betätigt, es handelt sich jedoch um keine Rücktrittbremse sondern um eine reguläre,
durch ein Gestänge bediente Trommel-Innenbacken-Bremse.
Wenn es beim "Radexi" nicht die Möglichkeit gibt, den Motor mit den Tretkurbeln im Stand zu starten, ohne daß sich das Hinterrad dreht, so ist das ein kleiner (im übrigen patentbedingter) Nachteil, über den man bei den vielen Vorzügen dieses Fahrzeugs gerne hinwegsieht. Die Drehgriffschaltung kennt 3 Stellungen: 1. Gang, Leerlauf und 2. Gang. Sie kann nur bei gezogener Kupplung betätigt werden. Hierbei sei erwähnt, daß die Radexi eine regelrechte Zweischeiben-Kupplung hat, die trotz leichter Betätigung einen dauerhaften und robusten Eindruck macht.
Wie bereits anfangs erwähnt, zeichnet sich der Radexi-Motor durch ungewöhnliche Laufruhe aus. Dies dürfte in erster Linie auf den ungewöhnlich großen Schalldämpfer und das sehr lange Auspuffrohr zurückzuführen sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Mopeds, die einen derartigen Lärm verursachen, daß man sie nur noch als Nervensäge bezeichnen kann, ist das leise und behaglich schnurrende Radexi II geradezu eine Erholung. Der kleine Motor leistet bei 6000 U/min. 1,2 PS.
Wir wollen absichtlich nicht auf die Spitzenfahrleistungen der Radexi eingehen, da diese an Bedeutung hinter dem Gebrauchswert gerade bei einem Moped stark zurücktreten. Es ist gar nicht wichtig, wie schnell man im eiligsten Fall mit einem Moped fahren kann, sondern wie lange der Motor bei normalem Betrieb mitmacht. Und da können wir der Radexi eine recht günstige Prognose stellen. Während der von uns zurückgelegten 2000 Kilometer jedenfalls trat nicht die geringste technische Störung auf. Ob auf schnurgerader Straße, ob auf kurvenreicher Alpenstraße oder im dichteten Stadtverkehr, unser Radexi-Motor hat niemals ein falsches Tönchen von sich gegeben. Und so schnell man auch mit einer Radexi sein kann, das Fahrgestell ist immer noch schneller, das heißt: auch bei Höchstgeschwindigkeit geht einem die Fahrsicherheit nicht verloren.
Und das ist wesentlich!